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Der Mensch entsteht nicht durch die Zeugung (wmuws 002)
#1
Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Tatsachen, die man gewöhnlich nicht erfährt, die ungeheuer wichtig sind für den weiteren Verlauf des persönlichen Daseins. Wer diese Dinge nie erfährt, hat erhebliche Nachteile hinzunehmen.
 
Die gewöhnliche Auffassung geht davon aus, daß mit der Zeugung der ganze Mensch entsteht, daß in den Genen der befruchteten Eizelle alles enthalten sei, was den entstehenden Menschen ausmacht. Denkt man etwas länger darüber nach, so findet man, daß doch die Besonderheit vieler Menschen in gar keiner Weise in den Eltern vorgefunden wurden. Wie kam es dann zu dieser Mischung der Gene, die das Kind zum Genie machten? Und dieselbe Frage stellt sich auch in umgekehrter Richtung: Wie wurde aus dem Kind anständiger Eltern eine Schwerverbrecher? Und so kommt man allmählich zu der Einsicht, daß es die geerbten Gene allein wohl nicht sein können, was den Menschen ausmacht. Man stellt fest, daß die Vererbung den geringsten Teil der Persönlichkeit ausmacht. Dies bestätigt die spirituelle Wissenschaft Rudolf Steiners: der Mensch entsteht nicht durch die Zeugung. Jeder von uns ist schon seit Urzeiten als Geist existent und lebt wechselweise ohne Körper im Kosmos und im Körper auf der Erde. Durch die Zeugung erhalten wir lediglich unseren Leib, der uns als Gefäß und Werkzeug während des Erdenlebens dient. Unsere Persönlichkeit bzw. Individualität ist ewig. Das bedeutet, daß es eine bestimmte sehr große Anzahl von Menschen gibt, die etwa alle tausend Jahre ein Leben im Leib auf der Erde verbringen. Unser Geist und unsere Seele bewohnen den Leib und bewältigen mit ihm die Anforderungen des irdischen Daseins. Die Erkenntnisse und Erfahrungen nehmen Seele und Geist in sich auf, um sie nach dem Tode auszuwerten. Aus dieser Auswertung ergibt sich dann auch der Plan für das nächste Erdenleben.
Wenn ein Kind geboren wird, dann sollte man unbedingt nicht denken, daß das Wesen des Neugeborenen neu entstanden sei, sondern daß es wieder einmal inkarniert ist, wieder einmal in einen Leib eingezogen ist und ein Erdenleben  durchmachen will. Die gesamte Kindheit bis zum 21. Lebensjahr wird eigentlich gebraucht, um den seelisch-geistigen Menschen in den neu entstandenen Leib einzuziehen und diesen handhaben zu können. Wer nicht denkt, daß das Kind eine „alte Seele“ ist und eine Lebensplan mit individuellem Schicksal mitbringt, der wird auch bei bestem Willen das Kind falsch behandeln. Das Kind ist nicht eine „unbespielte Festplatte“ auf welcher nur die richtigen Programme installiert werden müssen, um einen funktionsfähigen Menschen aus ihm zu machen. Eltern, Betreuer, Lehrer müssen mit dem individuellen Lebensplan eines jeden Kindes rechnen und alles daran setzen, die Interessen des Kindes aufzuspüren und zu bedienen. Das freie Spielen ohne technisches Spielzeug und das Aufspüren und bedienen der Interessen, holen den geistigen Lebensplan auf die Erde und geben damit dem Kinde die Basis, das Fundament seines Lebens. In den zahllosen Fällen, wo dies nicht in der richtigen Weise beachtet wird, entstehen Lebensunsicherheiten, Abirrungen sowie Krankheiten seelischer und körperlicher Art.
Man braucht eigentlich zunächst einmal kaum mehr zu tun, als fest mit der Präexistenz der Kindes zu rechnen. Dies kann sogar eine Leitgedanke bei der Zeugung sein, aber auch dann, wenn die Schwangerschaft einsetzt ist es ein sehr hilfreicher Gedanke, davon auszugehen, daß sich eine „alte Seele“ mit der befruchteten Eizelle verbunden hat, die sich in der Regel mit den Eltern noch im Totenreich verabredet hat. Man tut gut daran, das Kind als einen „alten Bekannten“ zu betrachten, ohne dies dem Kind erzählen zu müssen. Denn darin bestehen viele der Schwierigkeiten, welche Eltern mit ihren Kindern haben, daß diese unbewußt spüren, daß man mit ihren Anliegen nicht rechnet. Man rechnet nicht mit dem großen Ernst, der in dem Lebensplan liegt, der sich aber zunächst nur in scheinbar unwichtigem Kinderspiel und bestimmten Kinderinteressen zeigt. Man sollte stets die Frage bewegen: Was will in diesem Kind heranwachsen? Welcher Plan steht hinter den inneren Antrieben? Welche Interessen sind jetzt vorhanden? Wie können diese noch besser bedient werden?
Natürlich gibt es noch sehr viel mehr über die Kindererziehung zu sagen. Mir geht es in diesem Artikel nur um die Tatsache der Präexistenz, des Lebens der Seele und des Geistes vor der Zeugung. Diese Kenntnisse wirken sich natürlich zunächst auf die Kinder aus, die man mit diesem Wissen zur Geburt bringt und erzieht. Aber es wirkt dieses Wissen wiederum sehr hilfreich für die Zeit nach dem eigenen Tode. Denn das ist bereits ein wichtiges Wissen geistiger Art, das nach dem Tode Licht in die Umgebung des Toten bringt, so daß er sich dort orientieren kann. Nur wer ausreichend Licht in Form spiritueller Gedanken mitbringt, kann die seelische und später auch die geistige Welt betreten. Ohne Licht kann der Tote nicht in der für ihn vorgesehen Weltumgebung leben, sondern er kehrt sich wiederum der Erde zu mit einer furchtbaren Auswirkung.
                                                                                                                                                       Copyright: Hans Bonneval
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